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Der Sonderforschungsbereich 599

Danke!


Der Sonderforschungsbereich 599 mit dem Titel „Zukunftsfähige bioresorbierbare und permanente Implantate aus metallischen und keramischen Werkstoffen“ wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für insgesamt 12 Jahre in dem Zeitraum von 2003 bis 2014 finanziert.

Der Sonderforschungsbereich 599 war eine interdisziplinäre Gemeinschaftseinrichtung der Medizinischen Hochschule Hannover, der Leibniz Universität Hannover und der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Es bestand eine enge Kooperation mit dem Laser Zentrum Hannover, der Technischen Universität Braunschweig sowie dem Hemholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

Der SFB 599 bearbeitete Grundlagen der Entwicklung und Herstellung von zukunftsfähigen medizinischen Implantaten zum Wohl der Patienten unter Beachtung gesundheitsökonomischer Aspekte. Ziel war die Wiederherstellung von Organfunktionen durch resorbierbare und permanente Implantate aus Werkstoffen, die durch Innovationen in der Herstellung, der physikalischen Bearbeitung, der chemischen Beschichtung mit Polymeren und der Ankopplung von Wirkstoffen (Funktionalisierung), der extrakorporalen Zellbesiedlung (Biologisierung) sowie Simulation und Prüfung an das klinische Einsatzgebiet optimal angepasst wurden.

Der SFB stellte eine in Deutschland einmalige innovative Form des interinstitutionellen und transdisziplinären Ineinandergreifens von Materialwissenschaften, Medizin, Tiermedizin und Zellbiologie dar, um so die Grundlagen für ein breites und innovatives Wissenschaftsgebiet, hier der Implantatmaterialien, zu schaffen. Durch diese enge und sehr gute Kooperation konnten in den vergangenen 12 Jahren bedeutende Fortschritte bei der Entwicklung resorbierbarer und dauerhafter Implantate für den Einsatz in den Bereichen Ohr, Knochen, Zahn und Herzkreislaufsystem erzielt werden. Das integrierte Graduiertenkolleg „Biomedizintechnik“ war von besonderer Bedeutung für den SFB599. Hier wurde jungen Nachwuchsforschern eine strukturierte und qualitativ hochwertige Doktorandenausbildung ermöglicht.

Aus dem SFB599 entstanden Impulse und Kooperationen, die weitere Forschungsverbünde wie den SFB TR37, die Exzellenzcluster REBIRTH und Hearing4all inspiriert oder unterstützt haben. Ebenso profitierten infrastrukturelle Maßnahmen die Einrichtung des multidisziplinären Forschungsverbundes CrossBIT, dem Verbundinstitut für AudioNeurotechnologie und Nanobiomaterialien (VIANNA) und schließlich die Antragstellung zur Finanzierung des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) von der Arbeit und dem Netzwerk des SFB599. Schließlich war die exzellente Kooperation der Wissenschaftler des SFB599 mit der Industrie sicher auch ein Impuls für Unternehmen, sich am Standort Hannover anzusiedeln.

Insgesamt demonstriert der SFB599, wie die Förderung der Grundlagenforschung und ihrer Infrastruktur zur Entstehung eines profilgebenden Schwerpunktes mit einer hohen Translationskraft für den Forschungsstandort Hannover und Region geführt hat.
 
In der Zukunft sind weitere, inhaltlich mit dem SFB599 assoziierte Sonderforschungsbereiche zu den Themen Multifunktionalisierte Implante und Implantatsicherheit geplant. Wir würden uns freuen, wenn unsere Kollegen und Mitarbeiter, die Vertreter der beteiligten Einrichtungen, die SFB-Mitglieder, unsere Kooperationspartner und nicht zuletzt die Deutsche Forschungsgemeinschaft diese Initiativen ebenso engagiert unterstützen würden wie in den letzten 12 Jahren den nunmehr abgeschlossenen SFB599.

Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sonderforschungsbereiches 599 für die hervorragende, disziplinierte und partnerschaftliche Zusammenarbeit bedanken. Sie alle haben einen großen Teil zum Fortschritt der Implantatforschung beigetragen und mit Ihrem hohen Engagement das Vertrauen gerechtfertigt, das uns die Deutsche Forschungsgemeinschaft über drei Förderperioden geschenkt hat. Der DFG gilt schließlich unser ganz besonderer Dank für die Förderung, die neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen auch die wissenschaftliche Karriere vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SFB599 befördert oder ermöglicht hat.